Ziel: Gänsehaut

Ein großes Problem, das wir heute haben, um kluge Köpfe für uns zu begeistern ist nicht das Recruiting an sich, sondern die Mitarbeiterbindung.

Ein großes Problem, das wir heute haben, um kluge Köpfe für uns zu begeistern ist nicht das Recruiting an sich, sondern die Mitarbeiterbindung. Das Problem ist, dass die spannenden Geschichten und positiven Emotionen all jener Menschen, die wir schon für uns und für unsere Unternehmen begeistern konnten, einfach nicht nach außen getragen werden. Weder von den Mitarbeiter:innen selbst, noch von den Führungskräften.

Ziel ist ja, dass sich junge Menschen für uns als Arbeitgeber:in entscheiden und eben nicht für den Wettbewerber. Junge Menschen haben so viele Möglichkeiten. Es gibt nicht nur eine, fünf oder 100, sondern gefühlt eine Million Möglichkeiten, wenn „die Kleinen“ heute ihr Smartphone in die Hand nehmen und mit Jobangeboten frequentiert werden. Jeder buhlt um Fachkräfte und Auszubildende.

Und damit wächst auch die Angst dieser jungen Menschen sich ganz einfach nur falsch zu entscheiden. Und eine falsche Entscheidung zu treffen ist das, was junge Menschen fürchten. Andererseits sind sich pragmatisch.

Und jetzt denken Sie mal an sich selbst. Was meinen Sie, was macht man, wenn man Angst hat eine falsche Entscheidung zu treffen?

Genau, man trifft einfach keine so nach dem Motto „jetzt tun wir mal gar nichts und dann schauen wir mal.“ Oder man definiert den Begriff von Entscheidung neu. Eher wie so eine Art Statusmeldung. Blöd nur, wenn wir Älteren Entscheidung noch immer mit etwas Verbindlichem, bspw. einer verbindlichen Job-Zusage gleichsetzen und uns freuen, wenn da (endlich) jemand ‚angebissen‘ hat und wir die Stelle endliche besetzen konnten. Endlich abgehakt diese Jobbesetzung … oder doch nicht?

Beispiel: Das heißt Lara-Jaqueline, frisch mit Abitur (oder Matura wie wir Ösis sagen) bekommt einen Arbeitsvertrag zugeschickt ich unterschreibt den Vertrag. Ja, sie würde gerne bei Ihnen in 3 Monaten, gleich nach den Sommerferien, anfangen, aber das ist für Lara-Jaqueline eher so wie eine Art aktuelle Statusmeldung. Lara-Jaqueline denkt sich nämlich ‚also ja, im Moment kann ich mir das vorstellen in 3 Monaten bei Dir anzufangen und habe aber in der Zwischenzeit auch noch andere Arbeitsverträge unterschrieben‘ Sicher ist sicher. Lara-Jaqueline denkt heute einfach anders über das Thema von Verbindlichkeit.

Für potenzielle Arbeitergeber:innen geht einzig und allein darum, junge Menschen während ihrer ‚Entscheidungsphase‘ bei der Stange halten zu können, um ab dem Moment der ersten ‚Zusage‘ bis zu tatsächlichen Eintritt ins Unternehmen im Frontallappen zu bleiben und nicht abgelöst zu werden durch eine(n) andere(n) potenziellen Arbeitgeber:in, die in letzter Sekunden noch interessanter ist als wir.

Was können wir also tun:

Machen wir als Unternehmen Werbung für uns selbst und bleiben wir im Kontakt. Zeigen wir, dass das, was Lara-Jaqueline jetzt mal unterschrieben hat, eine gute Entscheidung ist, weil wir wieder und wieder mit ihr kommunizieren. Und nicht erst im Onboarding, sondern schon in Form einer aktiven Pre-Boarding-Kampagne. Das ist nichts Exotisches für die Jungen, für uns Alten schon und deshalb suspekt auf den ersten Blick. Auch wenn wir Älteren uns denken „wir ballern doch nicht die Leute mit Infos zu“, passiert doch im Unterbewusstsein der Jungen etwas ganz Wertvolles in dieser Pre-Boarding-Zeit. Nämlich der Beziehungsaufbau und das Entwickeln des Gefühls, dass man da ganz gut aufgehoben ist, weil da kümmert sich jemand schon um mich, obwohl ich noch gar nicht dort angefangen habe. Und wenn es nur eine Geburtstagskarte ist oder eine andere kleine Aufmerksamkeit vorab. Und dann fühlen sich diese junge Menschen gesehen und respektiert und sie wollen respektiert werden. Und wenn dann die Mama auch noch sagt „wow, die wollen Dich wirklich“, dann kriegen auch die Kleinen eine Gänsehaut beim freudigen Gedanken auf das was da kommt, weil sie sich geborgen fühlen.

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Erwartungsklarheit ist Führungsaufgabe: Warum klare Erwartungen keine Option, sondern Pflicht sind.

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Nicht überall wo du reinpasst, gehörst du auch hin.